eisenerZ*ART

Die gebürtige Eisenerzerin Gerhild Illmaier betreut mit Ihrer Agentur art.infection seit 2010 das von ihr initiierte Projekt eisenerZ*ART.

 

Zum "redesign" (Stadtentwicklungskonzept) von Eisenerz tragen auch Kunst und Kultur bei: Als eine Art moderner “Kunstgenerator” macht sich eisenerZ*ART auf den Weg, das Besondere dieses Ortes und seiner Bewohner, das Besondere seiner Umgebung, und natürlich das Außerordentliche seines Erzberges über Kunst und Kultur neu zu entdecken und zu erschließen.

 

Ein jährliches Highlight ist die Kulturalmen-Tour im Herbst, an der auch wir schon mitwirken durften, eine Empfehlung für alle kulturell offenen Menschen und gleichzeitig Einladung zum Mitmachen. Unsere Newsletterempfänger werden automatisch über den nächsten Termin informiert.

 

Untenstehend finden Sie die Eindrücke einer "Kulturwanderin" des vergangenen Jahres wiedergegeben.

 

 

Im Herzen der Berge ein Juchaza

eisenerZ* ART Kultur-Almen-Tour 2011

 

Wir biegen in gleichmäßigem Schritt den Forstweg hinauf und neben dem leisen Blätterrauschen werden einzelne Töne langsam zu hörbarem Stimmenklang.

Ein Juchaza erschallt über unseren Köpfen in den Bäumen. Und dann ein zweiter. Das singende Paar sitzt zünftig vor einem Holztisch auf wackeligen Sesseln, die auf Baumwurzeln Balance zu halten suchen. Es wird gejodelt, dass einem das Herz aufgeht. Die überraschten Wanderer bedanken sich am Ende mit kräftigem Applaus und „Zugabe“ Rufen.

 

Es ist Kultur-Almen-Tour über den Dächern von Eisenerz. Künstlerinnen und Künstler aus der Steiermark, Salzburg, der Ukraine und anderswo treffen sich, um gemeinsam mit dem interessierten Publikum die Verbundenheit der Kunst mit der Natur zu erleben. Es wird musiziert, gelesen und Stimmung gemacht für die ca. 100 kulturaffinen Wanderer, die der Einladung von eisenerZ* ART zur zweiten Wanderung über die Almen rund um Eisenerz gefolgt sind.

 

Auf der Schaffer Alm wird die erste Rast gemacht, die „Wirtsleut’“ verkaufen Getränke, dazu gibt’s eine Jause, lauter feine Sachen, die alle lokal erzeugt wurden Die Sonne scheint schon heiß auf die Alm an diesem Vormittag. MusikerInnen wie Gäste suchen schattige Plätze unter Schirmen und Bäumen ringsum. Nachdem wir virtuose Akkordeonklänge genossen haben, geht es weiter den Berg hinauf.

 

Nur wenige Weggabelungen weiter, werden die noch wenig beanspruchten Wadeln schon wieder durch eine neue musikalische Darbietung entlastet. Diesmal ist es eine sphärische Landschaftsmalerei-Musik, bei der nächsten Station wird kraftvoll bodenständig aufgespielt. Jedes Mal bietet sich den Gästen die Möglichkeit, kurz innezuhalten. Der Wechsel zwischen dem Lauschen auf die Musikdarbietungen und dem gemächlichen Sich-Fortbewegen fordert ein Sich-Einlassen auf immer wieder völlig neue Klänge und eine sich verändernde Atmosphäre.

 

Alle halten mit und lassen sich dabei von einem Vogelkenner etwas über die mehr oder weniger bekannten Singvögel erzählen, die jetzt im Spätsommer noch zahlreich, aber nicht mehr ganz so sangesfreudig sind.

 

Auf der Hochalm schließlich gibt’s kräftige Kässpatzen, frische Spagatkrapfen und anderes Gutes, das sich alle Beteiligten schmecken lassen.

 

Die Sportlichen unter uns üben sich hernach im Bogenschießen. Die MusikerInnen finden sich zu einer einmaligen Combo zusammen und es wird gejammt was das Zeug hält!

 

Die Hitze des Tages klingt schließlich unten auf der Gemeindealm langsam aus. Die Wanderer trudeln nach und nach ein, die MusikerInnen haben Kräfte gesammelt und spielen nochmals für uns auf.

 

Der Erzberg leuchtet, wie eh und je, von der Abendsonne angestrahlt, in seinem satten Goldbraun. Es ist dies die Essenz des Tages, wenn wir nach dem bunten musischen Reigen im gleißenden Sonnenlicht nun im Schatten still und nachdenklich in die Stadt zurück gehen, während hinter uns die Musik langsam leiser wird.

 

Eine Empfehlung an alle, die die einzigartige Kulisse der Stadt Eisenerz neu erleben oder erst kennen lernen wollen. Für LiebhaberInnen der Musik und ihrer reichen Darstellungsformen, die sich nicht scheuen dafür ein paar Schritte zu gehen und so Bewegung und Klang gleichermaßen in sich wirken lassen.

Eisenerz ist überall!

 

(Bettina Surtmann, 14.09.2011)